Vietnam...

Hanoi: Sozialismus, Unterdrückung, Mercedes, laut, Millionen Mopeds, laut, viel Verkehr, laut, Mopeds, ABER auch eindrucksvoll romantisch, lecker Essen (mal wieder), super süßes kleines Hotel (5 Zimmer auf 5 Stockwerken), Mango und Ananas mit Chillizucker, 4 Hauptgerichte plus 2 Bier für 16 Euro (da freut sich das Schwabenherz), Saigon Bier schmeckt super und gibts für ungefähr 25.000 Dong. Also ca. 1 Euro. Super. 

Den Vogel abschießen kann man an der Bier Corner. Ein Liter Gezapftes für 40 Cent. Man kann hier auf mini Kinderstühlen sitzen und Menschen beobachten. Sehr spannend. Longdrinks kann man nicht so wirklich empfehlen. GinTonic hat nach allem geschmeckt, nur nicht nach GinTonic. :-)

 

Tipp am Rande: Das Ho Mausoleum macht um 10.30 Uhr morgens zu. Ho war wohl ein Frühaufsteher. Obwohl er vor seinem Tode noch verfügt hat, dass er doch bitte eingeäschert wird, haben ihn die Vietnamesen einbalsamiert und stellen ihn jetzt zur Schau. Aber nur morgens. Der frühe Vogel fängt den Wurm im Arbeiter und Bauern Staat.

 

Heute haben wir in einer Garküche zum ersten Mal Leckereien wie: Schweinsohren, Hund und Hühnerfüße gesehen. Probiert nicht. Feiglinge.

 

Pagoden und Tempel sucht man hier lange. Veglichen mit Thailand sind sie eher eine Rarität. Findet man dann doch einen, kann es schon mal sein, dass einige Angestellte auf dem Boden knieend das Geld aus der Opferkasse zählen. Auch den asiatischen Segen kann man sich wohl kaufen...

 

Unsere super-Englisch-sprechende Hotelangestellte organisiert die morgige Weiterfahrt für uns. Wenn wir Glück haben, können wir mit einem Tourbus mitfahren (geht aber nur, wenn die Tour nicht ausgebucht ist). Ansonsten müssen wir mit dem Zug fahren, oder mit dem öffentlichen Bus. Letzteres empfiehlt sie uns aber nicht, da die Busfahrer null Englisch können. Mal sehen... Wir sind gespannt...

 

Tradition und Moderne

Ninh Binh - wir wollten dem Massentourismus entfliehen und sind deshalb nicht an die Ha Long Bucht gefahren, sondern haben uns für die trockene Ha Long Bucht entschieden. Hier gibt es zwar auch jede Menge Wasser, aber eben kein Meer.

Wir wohnen in einer Homestay-Unterkunft; einem Bungalow am See, zusammen mit Einheimischen. Unglaublich ruhig und entspannend nach der turbulenten Stadt Hanoi. 

Da heute der letzte Tag im Jahr ist haben die Einheimischen uns eingeladen, zusammen mit ihnen Hotpot (asiatisches Fondue) zu essen. Zusammen mit Spaniern, weiteren Deutschen, einem Südafrikaner und den Vietnamesen wird das sicherlich eine spannende Erfahrung. Morgen wissen wir mehr.

Unser Silvester war tatsächlich sehr entpsannt. Die Vietnamesen haben sich alle Mühe gegeben, dass es nett wird. Um 10 haben sie schon angefangen zu tanzen und zu singen und es gab einen Kuchen mit Feuerwerk. Um 10 deshalb, weil in der Vergangenheit wohl alle Touristen so müde waren, dass die Viets mit ihrem Kuchen um 12 Uhr alleine da saßen. So haben wir jetzt halt von 10 bis 12 Uhr zusammen ins neue Jahr gefeiert. 

 

Die Familie, die diese Unterkunft hier betreibt ist sehe sehr freundlich und möchten sich dauernd mit einem unterhalten, um ihr Englisch zu verbessern. Die bringen sich hier ihr Englisch alle selbst bei (über das Internet) und unterrichten dann die Kinder im Dorf. Ganz toll. 

Dry Ha Long Bay
Touristen unterrichten Dorfkinder in Englisch

Dong Hoi; viel gibt es über die kleine Stadt am Fluss kurz vor dem Meer nicht zu sagen. Wir haben hier nach 8 Stunden Zugfahrt eine Zwischenrast eingelegt. Touristisch ist hier nicht viel los. Die Einheimischen schienen sogar ziemlich überrascht, Ausländer zu sehen. Aber wie immer waren alle sehr freundlich und haben sich halb tot gefreut, wenn wir in ihren Restaurants zu Gast waren. 

Hotpot mit Meeresfrüchten ist hier eine Spezialität. Wir haben dann mal Shrimps probiert. Nicht meins, aber bestimmt gut gemacht.

Hue. Nun sind wir dem Meer ganz nah - vielleicht ist deshalb die Luftfeuchtigkeit auch so hoch. Im Schnitt beträgt die hier 88 %. Puh. Hue ist die regenreichste Stadt Vietnams. Aber so wie es aussieht, haben wir Glück und lassen den Regen aus. 

 

Hue ist die alte Kaiserstadt. So richtig alt ist sie nicht. Aber von Gia Long (1802 - 1820) bis zum letzten Kaiser Bao Dai (1925 - 1945) sind es immerhin doch ein paar Jährchen. Kaiser Duc Duc herrschte übrigens nur ganze 3 Tage. 

 

Die Gäber der Kaiser kann man besuchen. Wir haben uns mit dem Fahrrad auf den Weg gemacht. Am Ende hatten wir fast 40 Kilometer abgeradelt und sind zur Feierabend-Rush-Hour dann todesmutig auch noch mit dem Fahrrad durch die Stadt. Sehr spannende Erfahrung.

Die Einheimischen versuchen aus jedem Grabbesichtiger ein wenig Kapital zu schlagen. Fahrrad vor dem Kaisergrab abstellen kostet 2.000 Dong. Roller abstellen das Doppelte. 

Die meisten Touristen lassen sich mit dem Taxi oder Bus chauffieren, aber die Fahrraderfahrung war wirklich eine Tolle.

Essenserfahrungen haben wir hier auch ganz Neue gemacht. Zu den Guten zählt gebratener Tofu mit Tomatensauce. Total lecker. Die 5 Zehen Knoblauch machen das ganze erst perfekt.

Zu den schlechten zählt ein undefinierbarer Glibber mit Shrips und gebratener Schweinehaut. Wir dachten, wir sind mal mutig und probieren eine lokale Spazialität aus. Naja... Probiert haben wirs.

An einer kleinen Garküche im Nirgendwo haben wir heute Rast gemacht und eine Nudelsuppe gegessen. Ein kleiner alter Vietnamese hat uns dann angesprochen und erzählt, dass seine Tochter in Hannover studiert und mit einem Deutschen verheiratet ist und dass die EU ihr Studium bezahlt. Er konnte sogar ein paar Brocken deutsch. Sachen gibts ;-)     

Die Vietnamesen sind total stolz darauf, wenn sie sich mit Touristen unterhalten können. Das führt dazu, dass sie ohne Pause reden. Total nett, aber wenn man gerade isst, ist es manchmal ein wenig anstrengend. 

Vollgestopfter Minireisebus

Von Hue aus sind wir (Tipp von unserem Hotel) mit einem 16-Seater Reisebus nacha Hoi An gefahren und haben die Fahrt dann gleich mit einer Tour verknüft, die uns einen ganz berühmten Strand, den Wolkenpass und die Marmorberge zeigen sollte.

Grauenhafte Tour wars dann. Der Bus war mit 21 Leuten mega voll und die Attraktionen eher ein großer Tourinap. Dass WIR mal auf sowas reinfallen.... Der erste STop - am berühmten Strand XY war verknüft mit einer Verkaufshalle für Perlen. Jeder der auf Toilette musse, musste zwangsläufig an den Perlenverkäufern vorbei. Dann gabs 10 Minuten Strand und dann gings weiter Richtung Wolkenpass (die Wetterscheide Vietnams). Dieser war dann über und über voll mit Touristen, aber wenigsten nicht zu sehr mit Wolken verhangen. Dritter Stop: Marmorberge.

Bevor wird dort abgesetzt wurden, hatten wir nochmals die Möglichkeit auf Toilette zu gehen, weil es an den Bergen selbst wohl keine Toiletten gab. Dieses Mal war der Toilettengang verknüpft mit einer Verkaufsaktion für monströse Marmorskulpturen.

Am Berg selbst hieß es, hätten wir dann 1 h 15 Zeit um etwas zu essen (im EINZIGEN Restaurant am Berg) und die Berge zu erklimmen (für die Faulen gabs hierzu nen Aufzug). Der Bus hat uns dann direkt am Eingang des Restos abgesetzt. Komischerweise gab es nebenan dann doch noch andere Restaurants und Toiletten waren auch vorhanden...............

Wenigstens wurden wir dann direkt am Hotel in Hoi An abgesetzt. Mehr Gutes gibt es über diese Fahrt aber nicht zu sagen.

Wolkenpass

Hoi An - seeeeeehr schön!

Hoi An ist ein bisschen wie Disneyworld, aber auf eine wunderschöne Art und Weise. Laut Reiseführer war der Ort noch vor 20 Jahren kurz vor dem vollständigen Niedergang und außer ein paar heruntergekommenen Hütten gab es hier nicht viel.

Aber mit den Touristen kam auch das Geld und es wurde und wird wie verrückt gebaut und restauriert. Das Ergebnis ist ein ganz charmanter kleiner Ort. Sehr touristisch (vll sogar fast schon zu touristisch, aber noch ganz arg süß.

Wir sind ein bisschen verwöhnt von den günstigen Preisen im Norden Vietnams und müssen schon mal schlucken, wenn das Bier jetzt plötzlich 20 Cent mehr kostet :-)

 

Trotz der vielen vielen Touristen, ist es relativ entspannt. Venedig oder Rom sind da viel schlimmer. Wir hoffen sehr, dass Hoi An sich den Scharm behalten kann und nicht das Geld verdienen und die Touristenabzocke gewinnen. 

Etwas irritiert waren wir ja, dass wir für den alten Stadtkern "Eintritt" bezahlen mussten.

Wir haben trotz der schlimmen Pizza und Pasta Restos auch wirklich leckere Straßenimbisse entdeckt und sehr lecker gegessen. Das beste Essen gab es - wie eigentlich immer - im Straßenimbis etwas außerhalb des Stadtkerns. Unvergleichlich gut.

Mui Ne

Welcome to little Moscow... 1,5 Flugstunden und 5 Stunden mit Fahrer später sind wir in Mui Ne angekommen. Ist so ein bisschen wie Pattaya in Thailand. Plötzlich sind die Speisekarten auch noch auf russisch und nicht nur auf englisch. Wir haben uns in einem netten, kleinen Resort eingemietet, während nebenuns überall große Hotelketten sind. Am Strand fliegen die Kitesurfer um die Wette. Die finden hier beste Bedingungen, weil der Wind ganz schön stark ist.

Viel zu sehen gibt es hier ansonsten nicht. D.h. für die Männer gibt es natürlich ordentlich was zu sehen: viele schöne Russinnen. Blöd nur, dass die meistens ihren Männer mit dabei haben. Für uns Frauen bleibt da nur der schöne Strand anzusehen und wer auf Surfer-Sunnyboys steht, kann den Kerlen beim Surfen zusehen.

 

Im Reiseführer wurde ein See mit umliegenden Sanddünen als Highlight hervorgehoben. Also hatten wir uns überlegt, einen Roller zu mieten und damit die ca. 30 km bis zum See zu fahren. Beim Frühstück hat uns dann ein deutsches Paar angesprochen, was wir noch so vor hätten... Sie hatten den gleichen Einfall einen Tag früher und hatten nur Schlimmes zu berichten: auf dem Weg zum See wurden sie wohl von Polizisten angehalten und mussten wegen angeblich überhöhter Geschwindigkeit und mangels interntaionalem Führerschein eine saftige Geldstrafe zahlen, damit sie überhaupt weiterfahren durften. Angeblich wurden wohl alle Rollerfahrer angehalten...

Wir hatten dann etwas Respekt und haben beschlossen, einen Fahrer zu mieten, der uns auf einer Tour mit weiteren Sehenswürdigkeiten zum See bringt. Was soll man sagen? Es war grauenhaft. 

Die ganze Tour war schlimm, der Fahrer hat kein Wort mit uns gesprochen und überall waren Millionen Touristen. Die Dünen am See wären wahnsinnig schön gewesen, hätten nicht clevere Quad-Touren-Verkäufer dort fette Beute gewittert. 90 % der Touris sind also mit grauenhaft lauten Quads die Dünen hoch und runter gefahren (oder im Sand stecken geblieben, mangels Allradantrieb). Schlimm. Die Schönheit der Natur war absolut nicht genießbar. Leider :-(

Schlafsitzbus

Can Tho - jetzt sind wir nach 10 Stunden Busfahrt im Mekong-Delta angekommen. Wir wohnen in kleinen Bambushütten an einem Seitenarm des Mekong. Neben Fröschen und Geckos rennen hier zwei Hunde und ne Katze rum. Der eine Hund ist ein Schäferhund-Irgendwas-Mischling, der Vietnamesen nicht leiden kann und die deshalb immer anbellt. Bei Touristen sieht er das anders.

Vom Mekong-Delta haben wir leider nicht richtig viel gesehen. Es ist zu groß und wir haben zu wenig Zeit. Was wir sehen konnten, war allerdings sehr schön (noch). Das Delta ist sehr sehr fruchtbar und solange noch Wasser da ist, wird sich daran auch nichts ändern. Allerdings sinkt der Spiegel des Mekong zusehends. Die Laoten haben wohl einen großen Staudamm gebaut, der den Wasserzufluss verringert. Fisch wird schon immer weniger und irgendwann wird das Wasser nicht mehr reichen, für den ganzen Reis-, Gemüse- und Obstanbau.

Ein weiteres großes Problem ist der Müll. Der Mekong ist unendlich vermüllt. Unser Tourguide sagte, dass die Regierung die Leute nicht darin unterrichtet, wie man mit Müll umgeht. So werfen die Menschen hier alles in der Fluss. Die Kinder in der Schule werden zwar eines besseren belehrt, aber bringt ja alles nichts, wenn die Eltern nicht mit gutem Beispiel vorangehen.

 

Wir waren mit einem kleinen Boot auf einem Floating Market unterwegs. Hier verkaufen Händler Obst und Gemüse. Ein in sich geschlossener Kreislauf: Die Bauer produzieren ihr Gemüse, welches von Besitzern von größeren Schiffen aufgekauft wird. Die großen Schiffe sammeln sich dann in der Mekong-Mitte und verkaufen die Produkte an kleinere Schiffe. Die wiederum verkaufen die Produkte dann auf dem Markt.

Die Bauern sind allerdings sehr sehr arm und verdienen angesichts ihrer schweren Arbeit unglaublich wenig. Zudem kann man jedem Bauern nur wünschen, dass er möglichst viele Mädchen zeugt. Denn für jedes Mädchen, das geheiratet wird, erhält die Brautfamilie Grundbesitz, während der Bräutigamvater teile seines Ackerlandes hergeben muss. Mittlerweile haben die Bauern aus diesem Grund auch nur noch kleine Ländereien und werden mehr und mehr von Großgrundbesitzern verdrängt.

Phu Quoc - jetzt sind wir auf der größten Insel Vietnams gelandet in einem netten kleinen Bungalow inmitten einer tollen Gartenanlage an einem sehr schönen Strand.

Zum ersten Mal wärend der ganzen Reise tun wir NICHTS und liegen einfach nur rum. 

Es gibt hier auch nicht wirklich Interessantes zu sehen. Palmen, weißer Sand, Meer mit Badewannentemperatur, knallende Sonne... Alles was man auf einer Insel halt so vorfindet.

Unser Mitbewohner Mr. Gecko findets bei uns wohl so klasse, dass er nicht mehr gehen will. Die Moskitos hält er trotzdem nicht ab.

Die Insel ist bekannt für ihre Fischsauce, die man zum Würzen nutzt. Gesund sein soll sie auch wie der Teufel. Wir aus fermentiertem Fisch hergestellt und ist wohl so toll, dass sie in Thailand und anderswo kopiert wird. 

Wir haben also 2 Flaschen FIschsauce gekauft, danach im Reiseführer entdeckt, dass man Fischsauce nicht im Flugzeug transportieren darf, und die Sauce dann trotzdem am Flughafen auf dem Weg nach Saigon im Koffer aufgegeben.

Die Dame vom Bodenpersonal hat uns noch gefragt, ob wir Liquids dabei hätten. Wir haben uns dumm gestellt. Dann hat sie alle Liquids aufgezählt, unter anderem auch die Fischsauce. Wir haben gelogen und die Koffer fuhren auf dem Band davon.

Wir also durch die Sicherheitskontrolle auf dem Weg zum Gate, da schallt eine Stimme durch das Flughafengebäude: Wir mussten also nochmal zum Gepäck-Check. :-(

Nachdem wir dann wieder rückwärts durch die Sicherheitskontrolle sind, mussten wir zur Gepäckidentifierzierung und dort standen unsere beiden Köfferchen schon mit einem Beamten und haben auf uns gewartet. Der Typ hatte auch keine Gnade und hat uns die Koffer aufmachen und die Fischsauce rausholen lassen. Dumm gelaufen. Aber einen Versuch wars wert. 

Saigon/Ho Chi Minh City - sehr europäisch, sehr heiß, aber schön. 

Der alte Stadtkern von HCMC ist wesentlich kleiner als der Saigons, aber die Luft ist sehr viel besser. Liegt wahrscheinlich daran, dass sich hier mehr Autos als stinkende Mopes durch die Straßen quälen. 

Das Continental Hotel kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Hier trafen sich in Zeiten des Krieges unter anderem ausländische Journalisten und haben News ausgetauscht. Spielt in vielen Vietnam-Filmen eine große Rolle.

 

Mir persönlich hat Hanoi besser gefallen, als HCMC. Dort ist es weniger modern, weniger kapitalistisch, mehr Vietnam. 

12. Parteitag. Onkel Ho muss immer noch als Aushängeschild herhalten.

Unser Fazit: VIETNAM ist definitv, eine Reise wert.

Das reisen im Land ist bequem und einfach und die Vietnamesen sind ein freundliches, hilfsbereites Volk, das trotz der vielen Kriege und der teilweise traurigen Geschichte immer lächelt.

Wir haben uns zu keiner Zeit unwohl gefühlt und hatten weder mit dem Essen, noch sonst irgendwelche Probleme. Drei Wochen haben zwar nicht gereicht, um alles Sehenswerte mitzubekommen, aber einen ersten Eindruck haben wir gewonnen und konnten sehr schnell entschleunigen vom anstrengenden Leben in Deutschland.

Wir sind gespannt, wie die Kapitalisierung weitergeht und ob sich das Land seine Kultur behalten kann. 

Noch ein bisschen Wissenswertes:

 

* Viet-Frauen mögen weder kahlköpfige Männer, noch Bärte (da haben einige Männer dumm geschaut - von 4 Europäern an unserem Tisch hatten zwei eine Glatze und die anderen beiden dafür umso mehr Haare im Gesicht).

 

* Als Polizist kann man hier sehr viel Geld verdienen. Das Wort Korruption wurde freundlich umschrieben, aber doch sehr deutlich.

 

* Die Einheimischen Essen vornehmlich Enteneier und weniger Hühnereier, Rindfleisch ist sehr teuer und weil die Viets zwischenzeitlich die Nase voll haben vom Reis, gibt es jetzt überall Reisnudeln.

 

* Als blonde, bleiche Touristin ist man hier eine Sensation. Die Vietnamesen finden das dann "beautiful" und sind ganz entzückt. Als Viet-Frau sollte man hier so weiß wie möglich sein. Am besten ist man unter 1,60 m, wiegt max. 40 Kilo und ist total hellheutig. Dann findet man auch schneller einen Mann.

 

* Vietnamesen sprechen besser Deutsch als Englisch, weil die Betonung im Deutschen eher der Landessprache entspricht.

 

* Jeder Distrikt hat seine eigene Nudelsuppe und damit auch seine eigenen Nudeln. Seeeeh lecker! 

 

* Den Grundsatz "Peal it, cook it or leave it" haben wir nie beachtet und sind ohne die kleinste Magenverstimmung bisher durch Asien gereist. Sogar Milchshakes, Eis und Eiswürfel haben uns nichts getan. Zu viel Vorsicht schadet eher, als das sie hilft.

 

* Die Reisbauern dürfen ihren Reis nicht selbst exportieren. Sie müssen ihre Ernte an die Regierung verkaufen und die verkauft dann den Reis ins Ausland (haben wir erwähnt, dass der Staat hier sehr korrupt ist?). Schlimm für die Bauern, da sie nur sehr wenig am Reis verdienen. 

 

* Es gibt hier keine Schulpflicht - schlimmer noch: nur wer Geld hat, kann seine Kinder in die Schule schicken. So bleibt auch heute noch vielen Kindern eine gute Ausbildung verwehrt.

 

* Vietnamesen sind sehr gläubig, auch wenn sie keinen einheitlichen Glauben haben. Mit den Franzosen kam das Christentum nach Vietnam. Manche sind Buddhisten, wieder andere glauben an Kokosnüsse. Allen gemein ist aber der Ahnenkult. Kein Haus vor oder in dem nicht ein kleiner Ahnenaltar aufgestellt ist. Die Ahnen bekommen dann immer wieder Gaben (Geld, Essen, Trinken etc.) Damit der Ahne gut gestimmt, satt und zufrieden ist im Jenseits.

 

* Wir waren uns nicht sicher, was nun politisch korrekt ist: Saigon oder Ho Chi Minh City. Die Antwort: Beides ist ok. Die Alten sagen weiterhin Saigon, während die Jungen Ho Chi Minh City sagen.

 

* Es werden auch heute noch missgebildete Kinder geboren und im Boden sind immer noch Spuren von Dioxin vorhanden, welches dann über die Nahrung zu den Menschen gelangt.

 

* In jedem auch noch so kleinen Verkehrsmittel hängt ein Flatscreen (oder mehrere) über den die Passagiere mit Filmen, Viedeos oder Theaterstücken unterhalten werden. Teilweise in einer Lautstärke, die fast unerträglich ist.

Verkehrsmittel in Vietnam:

 

* Flugzeug - relativ günstig und zeitsparend; dafür aber auch die langweiligste Art zu reisen.

 

* Zug - spannend und günstig; dauert zwar ein bisschen länger, aber man kann toll die Landschaft an einem vorbeiziehen sehen.

 

* Minibus/16-Seater; eigentlich angenehm zu reisen, es sei denn, der Bus ist bis zum obersten Rand mit Touristen vollgestopft und entpuppt sich als Kaffeefahrt.

 

* Private Tour mit einem lokalen Anbieter - grauenhaft und teuer.

 

* Taxi - wir haben uns immer für die grünen Taxis entschieden; da läuft das Taxameter und man wird wenigstens nicht beschissen.

 

* Fahrrad - wunderschön, günstig und man tut noch was für seine Fitness; wir fanden das Radeln sehr toll, wenngleich man es nicht überall tun sollte. Hanoi mit dem Fahrrad ist wahrscheinlich ziemlich gefährlich, während man auf dem Land super überall hinkommt.

 

* Reisebus mit Liegesitzen - super angenehm; schaukelt toll und man kann super schlafen und im oberen Stock auch toll die Landschaft genießen.

 

* Fähre zu Insel - Pünktlich wie eigentlich immer alles hier in Vietnam ist die Superdong-Fähre abgefahren und in 2,5 h über das Meer gerast. Sehr bequem, wenn auch seehr viele Menschen. Aber alle hatten einen eigenen Sitzplatz.

 

 

 

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